Grünes Licht für Satelliten-Internet in Deutschland

von Hinnerk Weiler am 18.12.2020 / in Kommunikation

Die totale Erreichbarkeit dringt immer weiter auf die Ozeane vor. Im Moment noch mit geringen Bandbreiten für teures Geld, bald auch für den kleinen Geldbeutel und mit Highspeed. Das jedenfalls versprechen seit einer Weile die Berichte rund um Elon Musks Starlink-Projekt.

Mitte Dezember 2020 gab die Bundesnetzagentur für Deutschland grünes Licht für das Projekt, indem es die dafür erforderlichen Frequenzen freigab. Die Freigabe ist erforderlich, da für den Rückkanal zu den Satelliten jede Empfangsanlage am Boden auch in den Weltraum senden können muss. Die Freigabe ist allerdings auf einen einjährigen Probebetrieb beschränkt, um ggf. spätere Anpassungen möglich zu machen. Die Verlängerung darf jedoch als Formsache angesehen werden.

Das Internet auf See ist für Musk lediglich ein Nebenprodukt. Die Grundidee hinter Starlink ist es, aus dem Weltraum eine flächendeckende Breitbandanbindung ans Internet zu ermöglichen. Davon dürften vor allem ländliche und dünn besiedelte Regionen profitieren, in denen ein Ausbau mit Glasfasernetzen oft für die Netzanbieter unrentabel ist.

Weiteres Satelliten-Netzwerk aus GB

Die nun freigegbenen Frequenzen können nicht nur von Starlink. Auch das, aus Großbritannien stammende, Kommunikationsunternehmen OneWeb kann sie nutzen. OneWeb ist derzeit ebenfalls mit dem Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Netzes in der Erdumlaufbahn befasst. Statt tausender Starlink-Satelliten will OneWeb mit lediglich 627 Satelliten auskommen. Im Orbit sind davon bereits 110. Der Betrieb mit weniger Knoten im Weltall lässt allerdings eine größere Sendeanlage beim Empfänger am Boden, bzw. an Bord erwarten. Ende des kommenden Jahres will OneNet seinen Dienst aufnehmen und könnte somit spätestens 2022 auch Highspeed Internet auf See anbieten.

Foto: Screenshot vom Starlink-Netzausbau (satellitemap.space)

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